W-Tagebuch
Woche 3
Meine herzallerliebsten Babys hatten eine anstrengende Woche. Zuerst gab es die ach so beliebten Wurmtabletten, das haben sie aber dank Frauchens Rafinesse kaum mitbekommen. Die anschließende Pfotiküre, na ja, da war ich mir nicht so sicher, für wen das jetzt nerviger war, jedenfalls hat Frauchen ganz schön geschwitzt. Eigentlich wartet sie ja immer, bis alle satt und müde in Tiefschlaf verfallen, doch irgendwie funktioniert das bei meinen Kleinen nicht so ganz, die sind nämlich ganz schöne Vifzacks und lassen sich nicht austricksen.
Schön langsam wuseln sie schon recht wild herum, ich muss wirklich aufpassen, dass ich mich nicht mal auf eines meiner Kinder draufsetze, die sind so schnell... bin schon gespannt, wie das dann draußen wird. Schade, dass sie noch nicht soweit sind, das Wetter ist richtig frühlingshaft. Aber noch muss ich mich gedulden, wird noch ein Weilchen dauern. Die Verwandschaft lauert auch schon in den Startlöchern, neugierig beobachten sie die lustigen Aktionen meiner Kinder, ich glaube, wenn sie lachen könnten, würden sie sich manchmal richtig abkeksen über die noch recht ungelenken Sprünge und Verrenkungen der Babys. Und erst die Schlafstellungen inklusive träumerische Zuckungen und Geräusche...
Unlängst hatte ich ein längeres Gespräch mit meiner Mama Sienna. Ich wollte wissen, wie das bei ihr so war mit ihrer Milchbar. Ich tue mir nämlich etwas schwer, wenn ich so richtig losstarten möchte, nicht, dass es weh tut, aber es stört einfach gewaltig. Und losstarten gehört einfach dazu, wenn der Nachbarshund vorbeispaziert. Da gehört hingeprescht mit dem ganzen Rudel, gebellt und gejault (das muss ich meinen Kindern unbedingt beibringen!). Und wie gesagt, derzeit ist es mir unangenehm und ich muss einen - nein, sogar zwei bis drei - Gänge zurückschalten. Mit dem Ergebnis, dass das Schönste schon wieder vorbei ist, bis ich am Zaun bin.
Mama hat nur gelacht - können sie ja doch! - und gemeint, es ist halt nicht jeder so ein Sensibelchen. Was soll ich jetzt von unserer Kalea halten? Ich erinnere mich, als sie Welpen inklusive riesigem Gesäuge hatte, war sie die erste am Zaun und wenn sie startete ,konnte man ein lautes "Klatsch, Klatsch" hören. Frauchen hat dann immer noch mehr mit ihr geschimpft - sie schimpft nämlich sowieso immer, wenn wir dieses Spielchen machen. Also so gesehen habe ich bei ihr ja wieder einen Stein im Brett...
Woche 2
Meine Babys wachsen rasant dahin, sie legen täglich ordentlich an Gewicht zu. Ich leiste aber auch Schwerstarbeit kann ich euch sagen. Und Milchproduktion ist anstrengend! Als Dauerzustand möchte ich das nicht unbedingt erleben, wie muss es eigentlich den Milchkühen ergehen? Ob die das auch so empfinden? Ich weiß, das sind komische Gedanken für eine Hundemutter, darum jetzt schnell zurück zu meinen süßen Kindern. Ich bin überzeugt, das werden alle kleine Schönheiten, ich bin total verliebt in diese kleinen Mäulchen, kohlrabenschwarzen Näschen, knackigen Popos... ach und sie schauen mich auch schon an, geben mir Küßchen, sie sind einfach allerliebst!
Trotzdem habe ich mir die Mutterschaft ein wenig anders vorgestellt. Ich dachte, man kann gleich mit den Kleinen spielen, herumtollen. Geduld, Geduld, meint Frauchen, das geht schneller als du denkst, Aloha.
Obwohl ich alle Pfoten voll zu tun habe, den Hunger meiner Kleinen zu stillen, ihre Hinterlassenschaften wegzuputzen (ja, da bin ich ganz penibel, alles muss sauber gehalten werden - sie können sich übrigens schon selbstständig lösen) und zwischendurch ein Schläfchen zu halten, wage ich doch ab und an einen kleinen Spaziergang, vor allem, weil es bei uns ganz viel geschneit hat und ich dieses flockige Weiß sehr liebe. Doch lange halte ich es nicht aus, eine geheime Kraft zieht mich sofort wieder ins Haus und zu meinen Babys. Dann kuschle ich mich ganz eng an sie und erzähle ihnen von der großen Wiese, auf der ich schon bald mit ihnen herumtollen werde...
Woche 1
Jetzt ist es also soweit! Endlich kann ich meine Babys bestaunen! Aber es war ein harter Weg bis dahin, das kann ich euch sagen. Ich liebe ja Babys, war immer überglücklich, wenn meine Mama, meine Tanten , Cousinen usw. kleine süße Welpen hatten. Natürlich habe ich mir erzählen lassen, dass es ein weiter Weg dahin ist, bis man seine Kinderschar stolz um sich versammeln kann.
Mogli und ich haben unsere Sache gut gemacht, bald spürte ich die Kleinen in meinem Bäuchlein wachsen. Dann, mein Bauch war riesig und manche Aktivitäten sehr beschwerlich, merkte ich plötzlich ein Ziehen und Drücken. Frauchen meinte jetzt ist es bald soweit. Endlich, ich spürte einen gewaltigen Schmerz, der mich aufschreien ließ, und da lag es, mein erstes eigenes Baby! Erst war ich etwas erschrocken, doch dann erwachten meine Instinkte und ich kümmerte mich liebevoll um dieses kleine Wesen. Nachdem ich 3 Babys geboren hatte, merkte ich, dass etwas nicht stimmte, einerseits drängten meine Kinder auf die Welt, andererseits war ihnen irgendwie der Weg versperrt. Gott sei Dank bemerkte mein Frauchen meine Verzweiflung und dann ging alles blitzschnell. Im Eiltempo fuhren wir zu meiner lieben Frau Doktor und nach dem Ultraschall wurde ich sogleich auf den OP-Tisch gepackt und - das muss man sich vorstellen - mein Bäuchlein wurde aufgeschnitten!! Nur gut, dass ich davon nichts mehr bemerkt habe...
Als ich wieder zu mir kam, lagen da plötzlich 9 kleine Wesen, die schon heftig am Trinken waren. Bis 3 hatte ich ja schon daheim gezählt, aber plötzlich 9?? Frauchen hat mir dann erzählt, dass es 2 leider nicht geschafft hatten. Da schwankte ich zwischen Trauer und Freude, aber schlussendlich überwog die Freude über meine entzückenden Babys!
Daheim war ich dann noch etwas benebelt, habe tief geschlafen.
Und dann begann der Alltag... anstrengend ist das schon, die Kleinen können gar nicht genug von meiner - wie Frauchen sagt - Turbomilch bekommen. Sie legen toll an Gewicht zu, Frauchen ist ganz begeistert. Was vorne reinkommt, muss natürlich woanders wieder raus, und das können die Kleinen noch nicht selbstständig steuern. Da muss meine Mutterzunge Schwerarbeit leisten. Positiv ist natürlich auch, dass ich fressen darf, soviel ich will! Und Frauchen schläft ganz nahe bei uns!
So haben wir also die erste Woche ganz kuschelig verbracht, mein Bäuchlein tut gar nicht weh und meine Kinder haben fast alle die 1kg-Marke geknackt. Kleine Speckröllchen...
Ich träume schon von dem Tag, an dem sie mich das erste Mal ansehen werden, lange kann es nicht mehr dauern, ein kleines Blinzeln habe ich schon bemerkt...
Prolog
Nach einer entspannten Trächtigkeit verlief die erste Niederkunft unserer Aloha leider nicht so ganz nach Plan. Eröffnungsphasen können oft lange dauern und das Hecheln kann einen schon manchmal nervös machen, doch diesmal dauerte es gefühlt ewig. Endlich waren leichte Preßwehen zu bemerken und der erste Welpe erblickte das Licht der Welt. Wir atmeten erleichtert auf. Nachdem die weiteren 2 Welpen in großen Abständen geboren wurden und wir wußten, dass noch mindestens 7 darauf warteten, ihr warmes Plätzchen im Bauch der Mama zu verlassen, entschlossen wir uns auf Anraten unserer Tierärztin zu einem Kaiserschnitt.
Die Entscheidung war goldrichtig, hätten wir noch zugewartet, wäre es nicht so gut ausgegangen...
Ein quer liegender toter Welpe versperrte den Geburtskanal, leider verloren wir auch den nachfolgenden Welpen. Dank des schnellen und professionellen Eingreifens unserer "immer für uns da" Tierärztin Dr. Evelin Pekarek waren die weiteren 6 Welpen alle lebensfähig und sehr aktiv.
Aber jetzt lassen wir die stolze tapfere Mama zu Wort kommen und freuen uns auf die kommenden Wochen mit ihren 5 Buben und 4 Mädchen.